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Wilhelm Weule leitete zusammen mit seinem Bruder die bekannte Turmuhrenfabrik J. F. Weule Bockenem. Durch die Herstellung von Antriebswerken für Leuchtfeuer entstand hier die erste Beziehung zum Seezeichenwesen. Damals wurden die zur Sicherung der Schifffahrt notwendigen optischen und mechanischen Apparate noch aus dem Ausland bezogen. Darin sah Wilhelm Weule eine Chance. Mit einem kleinen Stamm treuer Mitarbeiter machte er sich daran, dieses für ihn noch unbekannte Gebiet der Optik zu erschließen. |
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Wilhelm Weule |
Silbermedaille |
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Am 1. April 1896 öffnete die Firma Wilhelm Weule, Fabrik optischer und mechanischer Apparate, zum ersten Mal ihre Tore. Schon im September 1896 konnten die ersten geschliffenen Linsen für Schiffs-Positionslaternen geliefert werden. |
Der Bau der ersten Leuchtfeuer-Optik - einer dioptrischen Scheinwerfer-Optik von einem Meter Durchmesser - machte den damaligen königlichen Bauinspektor, Herrn Walter Körte, auf die junge Firma aufmerksam. Die dann folgende Begegnung zwischen Walter Körte und Wilhelm Weule war für das ganze Unternehmen von großer Bedeutung. Es entstand daraus eine enge wissenschaftliche und praktische Zusammenarbeit. Unter anderem erstellte Herr Körte damals die neuen Deutschen Normalprofile für Leuchtfeuer-Optiken. Auch als Herr Körte Dezernent für das gesamte Deutsche Seezeichenwesen wurde, blieb diese enge Zusammenarbeit erhalten. |
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von links nach rechts: |
Scheinwerfer-Optik 900 mm Brennweite |
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Es stellten sich erste Aufträge aus dem Ausland ein, z. B. lieferte Weule den größten Teil der Optiken für die Befeuerung des Panama-Kanals. Die Abmessungen der Optiken wurden immer größer. Die Scheinwerfer-Optik für den Leuchtturm Greifswalder Oie hatte z. B. eine Höhe von 3 Meter. |
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Gerhard Weule führte das Unternehmen nach dem Tod von Wilhelm Weule am 29. Dezember 1925 in seinem Sinne weiter. 1926 gründete er zusammen mit seinem Schwager, Herrn Dr. Alfred Genthe, die Glashütte Dr. Genthe, um die Rohglasbelieferung sicherzustellen. Neue Aufgaben und Probleme wurden der Firma angetragen. Die jetzt einsetzende Entwicklung der Luftfahrt schaffte Bedarf für neue Optiken (z. B. für Landebahnleuchten, Ansteuerungs- und Streckenleucht-feuer, Hohlspiegel für Wolkenmessgeräte, Warnfeuer). Die ersten Verbindungen zur Eisenbahnsignaltechnik wurden um 1933 aufgenommen. Nach anfänglichem Erproben richtete Wilhelm Weule bald eine Produktion für Glasstrahlschirme ein. Diese Hohlglas-Reflektoren wurden in die Laternen der Streckensignale eingebaut. Außerdem begann in dieser Zeit die bald sehr umfangreiche Fertigung von Glas-Rückstrahlern für Weichenlaternen. Die zunächst kleinen Ansätze einer Hohlspiegelfertigung schon 1936 waren der Anlass für die Lieferung großer Scheinwerferspiegel. Die Bearbeitung verschiedenster asphärischer Flächen wurde ermöglicht.
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Gerhard Weule sen. |
"Eulenspiegel" |
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Der nach 1945 beginnende große Wiederaufschwung der Kinotheater war der Anlass für die Firma Weule, eine Produktion für Kinospiegel (zum Einbau in Kinoprojektoren) zu beginnen. Schon bald waren die aus Goslar gelieferten "Eulenspiegel" in Fachkreisen ein Begriff. |
Auch mit dem Gebiet der Bundesbahn-Signaltechnik wurde in dieser Zeit eine engere Verbindung hergestellt. In Zusammenarbeit mit der Bahn und den Signalherstellern entwickelte die Firma Wilhelm Weule eine optische Alternative zu den bis dahin benutzten Hohlspiegeln. Die Streckensignale wurden jetzt mit diesen hochwertigen asphärischen Plankonvexlinsen statt mit den bisher verwendeten Glasstrahlschirmen ausgerüstet.
Schleif- und Poliermaschinen |
1955 verstarb Gerhard Weule. Sein Sohn Gerhard Weule übernahm die Unternehmensführung und baute die Lieferpalette weiter aus. Die technische Entwicklung machte den Einsatz neuer Fertigungsmethoden möglich. Die Verwendung der ersten Diamant-Werkzeuge in den fünfziger Jahren war der Beginn einer Umstellung der gesamten Fertigung. In Eigenkonstruktion entstanden in der Folge viele Maschinen, die diese neue Methode der speziellen Fertigung des Betriebes anpassten. |
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Gerhard Weule jun. |
Optik 375 mm Brennweite |
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Weule begann eine Produktion von Parabolspiegeln für Nachtsichtgeräte. Es wurde eine Hochvakuumaufdampfanlage in Betrieb genommen. Anfang der siebziger Jahre brachte Weule den ersten Glashohlspiegel für Xenon-Lampen mit horizontaler Brennlage auf den Markt. Zahlreiche Optiken für Fernseh- und Leuchttürme (u. a. Helgoland 1965, Wangerooge 1968, Suezkanal 1984 usw.) wurden geliefert, z. B. linke Abb.: 1 von 16 verschiedenen Optiken aus dem Indienauftrag 1972/1974. |